Handwerksmeister

Handwerksmeister

Die Weiterbildung zum Handwerksmeister ist eine berufliche Aufstiegsfortbildung. Nach dem Abschluss übernimmst Du Fach- und Führungsaufgaben in drei Positionen: Du bist Unternehmer, Ausbilder und Fachspezialist zugleich.

Was ist ein Handwerksmeister? – Ein Kurzprofil

Der Handwerksmeister vereint drei verschiedene Positionen in einem Beruf – Du bist Fachspezialist, Ausbilder und Unternehmer zugleich. Die zugehörige Aufstiegsfortbildung vermittelt Dir das nötige technische, betriebswirtschaftliche und arbeitspädagogische Wissen. So bist Du bestens auf die Dreifachqualifikation vorbereitet. Den Lehrgang zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung kannst Du in Vollzeit, Teilzeit oder als Fernstudium absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss hast Du gute Aussichten: Du kannst mit Deinem eigenen Betrieb den Weg in die Selbstständigkeit gehen, Lehrlingen Dein Wissen weitergeben und Dich so zum Vorbild entwickeln.

Wie werde ich Handwerksmeister?

Anbieter des Handwerksmeisters

Bei folgenden Instituten kannst Du eine Weiterbildung zum Handwerksmeister absolvieren:

Handwerksmeister kannst Du in Vollzeit, Teilzeit oder auch im Fernstudium werden. In Vollzeit dauert die Weiterbildung 11, in Teilzeit 22 Monate. Die Grafik zeigt Dir, an welchen Tagen Du bei einem Vollzeit- oder Teilzeitlehrgang Unterricht hast. So erhältst Du einen Eindruck von einem grundlegenden Unterschied der beiden Weiterbildungsformen. Wenn Du ein Fernstudium absolvierst, beträgt die Regelstudiendauer bei einem wöchentlichen Lernaufwand von 12 Stunden, 33 Monate. Nach Abschluss des Lehrgangs musst Du noch erfolgreich die Meisterprüfung ablegen. Dies geschieht vor einer Handwerkskammer.

TagVollzeitTeilzeit
MontagUnterrichtkein Unterricht
Dienstag
Mittwoch
DonnerstagUnterricht
Freitag
Samstagkein Unterricht
Studientage beim Vollzeit- und Teilzeitlehrgang. (Quelle: gewerbeschule-metzingen.de)

Lehrgangsinhalte

Die Inhalte, die während der Weiterbildung gelehrt werden, decken sich mit den Prüfungsthemen. So wird eine optimale Vorbereitung auf die Meisterprüfung gewährleistet. Es gibt vier verschiedene Themenbereiche:

  • 1. Teil: Fachpraktische Inhalte
  • 2. Teil: Fachtheoretische Inhalte
  • 3. Teil: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Inhalte
  • 4. Teil: Berufs- und arbeitspädagogische Inhalte

Der erste und zweite Teil ist auf die jeweilige Meisterausbildung ausgerichtet. Die Inhalte variieren von Beruf zu Beruf.

Prüfungsvoraussetzungen

Nach dem Meisterlehrgang steht für Dich die Meisterprüfung an. Sie wird von den Handwerkskammern abgenommen. Um zur Meisterprüfung zugelassen zu werden, musst Du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Du hast die Gesellenprüfung in dem Handwerk bestanden, in dem Du die Meisterprüfung ablegen willst oder
  • Du hast die Gesellenprüfung in einem verwandten Handwerk bestanden oder
  • Du hast eine dem angestrebten Meisterberuf entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden oder
  • Du hast eine Gesellen- oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf bestanden und kannst mehrjährige Gesellentätigkeit nachweisen. Diese Tätigkeit muss in dem Handwerk erfolgen, in dem Du die Meisterprüfung ablegen möchtest.

Ablauf

Die Prüfung des Handwerksmeisters gliedert sich in vier Teile:

1. Teil: Fachpraktische Prüfung

  • Bei diesem Prüfungsteil wirst Du praktisch geprüft. Die Inhalte sind bei jeder Meisterausbildung anders. Sie beziehen sich auf den jeweiligen Meisterberuf.

2. Teil: Fachtheoretische Prüfung

  • Bei diesem Prüfungsteil wirst Du theoretisch geprüft. Wie auch beim ersten Teil sind die Inhalte bei jeder Meisterausbildung anders. Sie beziehen sich auf den jeweiligen Meisterberuf.

3. Teil: betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Prüfung

  • Grundlagen des Rechnungswesens und Controlling
  • Grundlagen wirtschaftlichen Handelns im Betrieb
  • Rechtliche und steuerliche Grundlagen

4. Teil: berufs- und arbeitspädagogische Prüfung

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und Einstellung von Auszubildenden durchführen
  • Ausbildung durchführen
  • Ausbildung abschließen

Du hast die Meisterprüfung bestanden, wenn Du in jedem Prüfungsteil mindestens mit der Note 4 abschneidest.

Buchempfehlung

Sackmann - das Lehrbuch für die Meisterprüfung

Lehrbuch und Lernportal folgen einem handlungsorientierten Rahmenlehrplan, der unter Federführung des Ludwig-Fröhler-Instituts erarbeitet wurde und die neuen Prüfungsanforderungen aufgreift.

Anerkennung und Ansehen des Abschlusses

Nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung bist Du offiziell Handwerksmeister. Dieser Abschluss ist europaweit anerkannt. Du bist nun befähigt, Deinen eigenen Betrieb zu leiten und so Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen. Des Weiteren kannst Du Lehrlinge ausbilden und ihnen dabei helfen, erfolgreich in die Arbeitswelt einzusteigen.

Welche Aufgaben habe ich als Handwerksmeister?

Als Handwerksmeister ist Dein Tätigkeitsfeld in drei verschiedene Bereiche unterteilt. Zunächst verrichtest Du Aufgaben, die für Deinen Fachbereich spezifisch sind. Beim Dachdeckermeister ist dies beispielsweise das Verkleiden von Außenwänden. Des Weiteren bist Du als Handwerksmeister auch für die Ausbildung und Leitung von Lehrlingen zuständig. Du gibst ihnen Dein Wissen weiter und begleitest sie auf ihrem Weg zur Gesellenprüfung. Darüber hinaus nimmst Du die Position des Unternehmers ein und kümmerst Dich um die Mitarbeiterführung und das Kostenmanagement. Dein Aufgabenfeld als Handwerksmeister ist also breit gefächert und Dein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich.

Aufgaben und Tätigkeiten

Als Handwerksmeister bist Du Fachspezialist, Ausbilder und Unternehmer in einem. Deine Aufgaben sind vielfältig. Die fachspezifischen Tätigkeitsfelder variieren von Meisterberuf zu Meisterberuf. Sie sind jedoch immer mit Fach- und Führungsaufgaben verbunden. Für Deine Position als Ausbilder solltest Du pädagogisches Geschick mitbringen. Deine Aufgaben sind:

  • Den Nachwuchs fördern
  • Lehrlinge ausbilden
  • Eine Vorbildfunktion einnehmen

Als Unternehmer bist Du für folgende Aufgaben zuständig:

  • Führung von Mitarbeitern
  • Kostenmanagement
  • Überprüfung und Überwachung von Arbeitsprozessen
  • Arbeits- und Sicherheitsvorschriften einhalten

Wie sieht mein Arbeitsalltag als Handwerksmeister aus?

"Den Meister möchte ich machen, weil ich nicht an dem Punkt stehen bleiben will, an dem ich jetzt bin […] . Ich möchte noch viel mehr interessante Dinge aus meinem Berufsfeld lernen und andere Sachen noch vertiefen und das sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich. Mit dem Meister eröffnen sich mir ja schließlich auch ganz andere Wege und Möglichkeiten. Außerdem möchte ich irgendwann in unseren Familienbetrieb einsteigen und dann mein Wissen und Können auch an andere weitergeben." Sandra Wissner, angehende Malermeisterin
(Quelle: meisterpraxis.de)

Mit der Dreifachqualifikation des Handwerksmeisters gestaltet sich Dein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Nach Deiner Weiterbildung bleibst Du zwar im selben Berufsfeld, denn der Meisterlehrgang baut auf Deinen jetzigen Beruf auf, übernimmst jedoch viele weitere Tätigkeiten. Die Fortbildung zum Handwerksmeister qualifiziert Dich zu Fach- und Führungsaufgaben. Dein Verantwortungsbereich vergrößert sich und Dein Aufgabenbereich damit ebenfalls. Im nebenstehenden Abschnitt erklärt Sandra Wissner, angehende Malermeisterin, was sie am Handwerksmeister fasziniert.

Wo arbeite ich als Handwerksmeister?

Die Handwerkskammern NRW informieren über die Weiterbildung zum Handwerksmeister.

Als Handwerksmeister kannst Du in jedem handwerklichen Betrieb arbeiten, der zu Deinem Berufsfeld passt. Deinen Arbeitsplatz findest Du dort in verschiedenen Bereichen.

Im Büro tätigst Du unternehmerische Aufgaben, wie beispielsweise das Kostenmanagement. In den Produktionshallen überwachst Du die Arbeitsprozesse, unterstützt Deine Mitarbeiter und leitest die Auszubildenden an.

Dabei erwarten Dich als Handwerksmeister beste Jobaussichten. In vielen Handwerksbetrieben herrscht heute Fachkräftemangel. Gerade beim Führungspersonal bleiben sehr viele Stellen unbesetzt.

In welchen Branchen arbeite ich als Handwerksmeister?

Die Weiterbildung zum Handwerksmeister kannst Du in über 110 verschiedenen Berufen absolvieren. Du arbeitest nach Deiner Fortbildung weiterhin in der Branche, in der Du vorher tätig warst, da die Weiterbildung auf Deinen jetzigen Beruf aufbaut. Den Meisterlehrgang und die dazugehörige Meisterprüfung gibt es unter anderem in den nebenstehenden Branchen.

  • Technik
  • Glas
  • Elektro
  • Metall
  • Darstellendes Handwerk
  • Produzierendes Handwerk

Welche Unternehmen suchen Handwerksmeister?

"Die Handwerksbetriebe sind aktuell eine Jobmaschine. Trotz des Generationenwechsels mit vielen aus Altersgründen ausscheidenden Mitarbeitern bauen sie Beschäftigung auf. […] Auf allen Ebenen investieren Handwerksbetriebe in die Fachkräftesicherung: In Qualifizierung der Mitarbeiter, gezielt auch für Ältere, um sie länger im Betrieb halten zu können, in familienfreundliche Arbeitsbedingungen für junge Frauen und Männer, in Nachwuchswerbung." Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
(Quelle: zdh.de)

Du kannst den Handwerksmeister Abschluss in den verschiedensten Berufszweigen erlangen. Somit ist auch die Auswahl an Unternehmen, die Handwerksmeister suchen, breit gefächert. Die folgenden Betriebe sind beispielsweise auf der Suche nach Handwerksmeistern:

  • Die Deutsche Bahn: Elektrotechnikermeister
  • Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste des Landes NRW: Kfz-Meister
  • Stadtwerke Münster: Meister im Bereich Heizungs-, Sanitär- und Klimahandwerk
  • Apollo Fachpersonal GmbH: Zahntechnikermeister

Welches Gehalt verdient ein Handwerksmeister?

 Frauen*Männer*
Metallbauermeister2.500 €2.800 €
Elektrotechnikermeister2.700 €2.800 €
Bau- und Möbeltischlermeister2.600 €2.600 €
Zahntechnikermeister2.800 €3.400 €
*) Alle Angaben sind in brutto / Monat.

Dein Einkommen als Handwerksmeister ist von Deiner genauen Position, Deiner Berufserfahrung und der Branche in der Du arbeitest, abhängig. Da Du den Abschluss in den verschiedensten Berufen erlangen kannst, ist es schwer, einen genauen Wert bezüglich des Verdienstes zu nennen. Die nebenstehende Tabelle zeigt Dir die Durchschnittsgehälter von verschiedenen Handwerksmeistern.

Zusammenfassung

Wieso Handwerksmeister werden?

  • Du kannst nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung Deinen eigenen Betrieb eröffnen.
  • Du kannst Lehrlinge ausbilden und ihnen Dein Wissen weitergeben.
  • Du hast Aussichten auf einen besseren Job mit höherer Position und höherem Lohn oder Gehalt.
  • Du erweiterst Deine fachlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse.